Wohnkonzept

Warum ist ein neues Wohnkonzept notwendig?

Der Traum vom Eigenheim – für viele nicht mehr als eine weit entfernte Wunschvorstellung. Ein Haus zu kaufen ist fast nicht mehr leistbar und so müssen sich viele Menschen durch Mietverträge in Abhängigkeit von Vermieter_innen begeben. Die Wohnungen sind nicht das Eigentum der Personen die in ihnen wohnen, was keine Selbstbestimmung über diese Objekte zulässt. Oft führt das dazu, dass diese Wohnungen in einem furchtbaren Zustand und maßlos überteuert sind. Für Mieter_innen gibt es selten einen Ausweg aus dem hart umkämpften Wohnungsmarkt.Deshalb haben wir uns entschlossen dem ein Ende zu setzen und als Kollektiv ein solidarisches und selbstverwaltetes Hausprojekt zu gründen. Die Autonome Wohnfabrik.

Das Wohnkonzept der Autonomen Wohnfabrik

Als Mitglied des habiTAT-Syndikats, dem Dachverband österreichischer Hausprojekte, bilden die Säulen Inklusion, Selbstverwaltung, Solidarität und die Idee der Kapitalneutralisierung das Fundament unseres Wohnkonzeptes.

Selbstverwaltung

In unserem Projekt sind wir Vermieter_innen und Mieter_innen gleichermaßen. Im Konsens bestimmen alle Bewohner_innen über alle Angelegenheiten im Haus, beispielsweise bevorstehende Umbauten, Nutzung von Gemeinschaftsräumen und ähnliches. Zusammen mit vollständiger Transparenz in allen Belangen führt dies dazu, dass sich alle Menschen zu gleichen Teilen im Projekt einbringen können und keine Hierarchien entstehen. Die Entscheidungsfindung im HabiTAT basiert auf den selben Prinzipien. So können sich alle Mitglieder auf der Generalversammlung einbringen und in verschiedenen Arbeitsgruppen tätig werden.

Solidarität

Solidarität bezieht sich sowohl auf die Hausgemeinschaft, als auch auf die Einbettung dieser in die Gesellschaft. Im alltäglichen Leben soll Raum für gegenseitige Unterstützung geschaffen werden. Dadurch wird unter anderem der Vereinzelung moderner Wohnverhältnisse entgegengewirkt. Gleichzeitig soll über einen Solidaritätstransfer ein Austausch zwischen den einzelnen Projekten geschaffen werden. Dies geschieht zum Einen durch die Unterstützung von neuen Projekten durch Altprojekte mittels eines Solidarbetrags, zum Anderen durch ein ständig wachsendes Netzwerk an Personen unterschiedlicher Fähigkeiten und Kompetenzen. Auch die Zusammenarbeit mit Projekten außerhalb des HabiTATs spielt hierbei eine wichtige Rolle.

Inklusion

Menschen erfahren aus unterschiedlichsten Gründen in den verschiedensten Lebenslagen ausgrenzendes Verhalten. Dies zeigt sich auch bei der Wohnungsvergabe. Diskriminierung aufgrund von ableistischen, antisemitischen, faschistischen, nationalistischen, rassistischen, sexistischen oder anderen Unterdrückungsmechanismen lehnen wir im Projekt grundsätzlich ab.

Kapitalneutralisierung

Alle Hausbewohner_innen sind Mitglieder im Hausverein. Sowohl der Hausverein, als auch das Habitat haben als Teilgesellschafter_innen der zum Zwecke des Hauskaufes gegründeten GmbH im Falle des Hausverkaufes ein Vetorecht. Hierfür müssten alle Mitglieder im Habitat einstimmig dem Verkauf zustimmen. Das Haus ist somit praktisch unverkäuflich geworden und dem Immobilienmarkt als mögliches Spekulationsobjekt für immer entzogen. Da das Haus von der GmbH, die zu gleichen Teilen dem Hausverein und dem HabiTAT gehört, gekauft und verwaltet wird, gehört es praktische allen und niemandem zugleich.